Rückverteilung

Es geht nicht um Neid.
Niemand will das Vermögen der Reichen besitzen.
Es geht nicht um Bestrafung, nicht um Umverteilung zum Zweck der Bereicherung.
Es geht um eine funktionierende Gesellschaft.

Große Vermögen sind nicht neutral.
Sie sind konzentrierte Handlungsmacht.
Sie entziehen sich demokratischer Kontrolle und schaffen eigene Regeln –
durch Einfluss, Besitz, Gestaltungshoheit.

Wir wissen, wie diese Vermögen entstanden:
durch jahrzehntelange Systemnutzung, durch strukturelle Ausbeutung,
durch Rechte, die nicht allen gewährt wurden,
durch Arbeit, die anderswo zu billig war,
durch Ressourcen, die niemand verteidigen konnte.

Das war effizient.
Aber es war nie gerecht.
Und es war nie dafür gedacht, dauerhaft zu bleiben.

Denn: Geld war nie als Machtinstrument vorgesehen.
Es ist ein Mittel.
Ein vereinbartes Tauschsystem.
Ein Werkzeug zur Vereinfachung – kein Selbstzweck.

Geld hat keinen eigenen Wert.
Es hat nur Wirkung – und diese Wirkung ist aus dem Gleichgewicht geraten.

Solange Wenige das Geld kontrollieren,
kontrollieren sie Information.
Kontrollieren sie Handlungsspielräume.
Kontrollieren sie, wer überhaupt mitentscheiden darf.

Deshalb ist es notwendig, ihnen dieses Vermögen zu entziehen.
Nicht aus Prinzip.
Nicht aus Moral.
Sondern weil es anders nicht geht.
Weil das System sonst nicht stabil bleibt.

Es geht nicht um Umverteilung.
Es geht um Entkopplung von Geld und Macht.
Um Begrenzung von Kontrolle.
Um die Möglichkeit, dass Gesellschaft wieder möglich wird.

Es ist kein Angriff.
Es ist eine Rückführung.

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